Einleitung

Der Harz ist wegen seiner überaus beeindruckenden Natur schon immer Ziel von Reisenden gewesen. So besuchten auch prominente Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe oder Hermann Löns die Region und haben dann in ihren Werken die raue Schönheit der Harz-Landschaft eindrücklich beschrieben.

Die Natur hat im Harz jedoch nicht nur Idylle zu bieten, sondern auch reiche Bodenschätze in Form von Eisenerzen, Kalk- und Hartgestein. Um diese Bodenschätze besser nutzen zu können, wurden im 19. Jahrhundert Eisenbahnlinien in den gebirgigen Harz gebaut. Die Bahnlinien waren Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Aufschwung durch den Transport der erwähnten Gütern und auch von Personen, die bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in großer Zahl Erholung im Harz suchten.

Zug mit BR 94 in Altenau

Als es 1945 zur Teilung Deutschlands kam, wurde auch der Harzes in einen West- und einen Ostteil getrennt. Die Transportwege wurden zerschnitten und vor allem im Westharz wurden Bahnstrecken schrittweise stillgelegt. So wurde zuerst der Schmalspurbetrieb der ehemaligen Südharz-Eisenbahn eingestellt. Mit dem wirtschaftlichen Niedergang des Erzbergbaus rund um Clausthal-Zellerfeld starb auch die „große“ Eisenbahn,

beispielsweise die Innerste-Tal-Bahn, die durch eines der schönsten Harzer Flusstäler führend von Langelsheim aus die Orte Lautenthal, Wildermann und Clausthal-Zellerfeld erschlossen hatte. Übrig geblieben ist von dieser Bahn immerhin ein Radwanderweg auf der ehemaligen Trasse. Die Folge solcher Politik war, dass der Westharz durch autobahnähnliche Straßen erschlossen und damit durch den Individual- und LKW-Verkehr über die Maßen belastet wurde.

Triebwage BR 627 in Altenau

Radweg

Radwanderweg auf der Trasse der Innerste-Tal-Bahn

Foto Matthias Dörfler

Erste Sonderzugfahrt auf der der knapp 8 Kilometer lagen Neubaustrecke entlang  der  Innerste-Talsperre am 17. Februar 1967.

Zu diesem Zeitpunkt sprach noch niemand davon, die Strecke stillzulegen. Im Gegenteil, es wurde anschließend noch im Bereich Medingschacht / Gasthof Untere Innerste ein weiterer Neubaustrecken-Abschnitt im Betrieb genommen (wenn auch bloß ein paar Hundert Meter).

In den Jahren 68 bis 72 wurde noch durch den Einsatz diverser Triebwagen, die man vorher nie  im, sondern bestenfalls am Oberharz (VT 08, ETA 150) gesehen hatte, so etwas wie ein halbherziger Versuch gemacht, die Fahrgastzahlen durch Attraktivitätssteigerung zu verbessern.

9 Jahre später wurde die Innerstetalbahn stillgelegt!

Abschied von der 93 526, letzter Einsatz auf der Strecke vor einem Reisezug

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Berichte über die letzte Fahrt am 15./16. Oktober 1977, folgen sie den Links in den Bildern!

Eine solche Entwicklung soll für den Ostharz verhindert werden, wo derzeit noch die Voraussetzungen gegeben sind, mehr Verkehr auf der Schiene abzuwickeln. Schon wird beispielsweise in Wernigerode über den Bau einer Ortsumgehung für die B 244 durch Bau eines 80 Millionen Mark teuren Straßentunnels durch den Burgberg nachgedacht. Die Fehler, die in der alten Bundesrepublik bei der Verkehrsplanung  gemacht wurden, können hier noch vermieden werden.

Der Ostharz verträgt gewiss mehr Tourismus und gleichzeitig eine intensive wirtschaftliche Nutzung, aber nur in einer Form, die nicht zur Betonierung der Landschaft führt, sondern die Natur erhält.

 
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© Rainer Richter Webmaster Harz-Bahnen.de 19.11.2001